Holzbriketts im Kaminofen und Kachelofen: Was Sie wirklich wissen müssen
Was sind Holzbriketts überhaupt? Holzbriketts entstehen durch die Hochdruckverpressung von getrocknetem Holzstaub, Sägespänen oder Hobelspänen – ausschließlich aus naturbelassenem Holz und ohne chemische Bindemittel. Durch den Pressdruck verbinden sich die Holzpartikel von selbst. Das Ergebnis ist ein kompakter, energiedichter Brennstoff mit einem Wassergehalt von in der Regel unter 10 % – damit deutlich trockener als frisch geschlagenes Scheitholz.
Für den Einsatz in Kaminöfen und Kachelöfen sind ausschließlich Holzbriketts nach DIN EN ISO 17225-3 (früher DIN 51731) zugelassen. Diese Norm garantiert, dass keine Bindemittel, Lacke oder Beschichtungen enthalten sind, die beim Verbrennen schädliche Emissionen erzeugen würden.Wichtig: Steinkohlebriketts, Braunkohlebriketts oder Grillbriketts aus Holzkohle dürfen in Kaminöfen und Kachelöfen nicht eingesetzt werden. Sie sind für andere Feuerstätten konzipiert und können zu Überhitzung, Schäden an der Feuerraumauskleidung und erhöhten Emissionen führen.
Die wichtigsten Brikett-Typen im Überblick
Im Handel sind zwei Formen von Holzbriketts besonders verbreitet:
RUF-Briketts (rechteckig, ca. 25 × 9,5 × 6 cm) lassen sich einfach stapeln, dosieren und in handelsüblichen Kaminöfen problemlos einsetzen. Sie verbrennen gleichmäßig und eignen sich gut als Ergänzung zum Scheitholz oder als alleiniger Brennstoff für einen Abbrand.
Nestro-Briketts (zylindrisch, mit zentraler Bohrung) haben durch ihre Lochform eine besonders gute Luftzirkulation im Inneren. Sie entzünden sich etwas leichter und eignen sich gut für den Dauerbetrieb.
Beide Typen sind bei korrekter Verwendung in zugelassenen Feuerstätten gleichwertig einzusetzen. Entscheidend ist allein die Normkonformität, nicht die Form.
Heizwert und Brennverhalten: Was Holzbriketts leisten
Der Heizwert von Holzbriketts liegt je nach Rohmaterial und Restfeuchte zwischen 4,8 und 5,3 kWh pro Kilogramm – damit deutlich über dem Heizwert von frisch geschlagenem Holz (ca. 2,0–2,5 kWh/kg) und noch über gut abgelagertem Scheitholz (ca. 4,0–4,2 kWh/kg).
Was das in der Praxis bedeutet: Ein einzelnes Holzbrikett mit 0,9 kg Gewicht liefert in etwa so viel Energie wie 1,1 bis 1,2 kg gut getrocknetes Scheitholz. Der Vorteil liegt weniger im absoluten Heizwert als in der Gleichmäßigkeit des Abbrands: Holzbriketts verbrennen stabiler, da Dichte und Restfeuchte industriell kontrolliert werden.
Allerdings hat dieses Brennverhalten auch eine Kehrseite: Holzbriketts können durch ihren kompakten Aufbau und die hohe Energiedichte intensiver verbrennen als erwartet. Wer zu viele Briketts auf einmal nachlegt, riskiert eine Überhitzung des Feuerraums. Das ist besonders in kleineren Kaminöfen mit begrenzter thermischer Belastbarkeit ein relevantes Risiko.
Holzbriketts richtig im Kaminofen einsetzen
Anheizen: Holzbriketts eignen sich weniger als alleiniges Anfeuerungsmaterial – sie zünden aufgrund ihrer Dichte langsamer als Holzspäne oder trockenes Scheitholz. Empfehlenswert ist das klassische Anheizen mit Kleinholz, bevor Briketts nachgelegt werden. Alternativ gibt es spezielle Holzanzünder, die gut mit Briketts harmonieren.
Nachlegen: Legen Sie Briketts nicht in zu großer Menge nach. Orientieren Sie sich an den Herstellerangaben Ihres Ofens zur maximalen Brennstoffmenge pro Befüllung. Zwei bis drei Briketts gleichzeitig sind für die meisten Kaminöfen ein guter Richtwert – abhängig von der Nennwärmeleistung der Feuerstätte.
Luftzufuhr: Wie bei Scheitholz gilt: ausreichend Primärluft zu Beginn des Abbrands, dann moderat reduzieren, wenn das Feuer stabil brennt. Zu früh gedrosselte Luftzufuhr führt bei Holzbriketts zu unvollständiger Verbrennung und Teerablagerungen im Schornstein.
Mischbetrieb: Das Kombinieren von Scheitholz und Holzbriketts in einem Abbrand ist grundsätzlich möglich und in der Praxis weit verbreitet. Legen Sie Briketts auf ein bereits bestehendes Holzfeuer nach, wenn der Glutkörper stabil ist.
Holzbriketts im Kachelofen: Besonderheiten beachten
Kachelöfen und Grundöfen sind auf eine chargenweise Befeuerung mit anschließender langer Wärmespeicherung ausgelegt. Holzbriketts passen grundsätzlich gut in dieses Betriebskonzept – aber mit einem wichtigen Vorbehalt: Durch ihren hohen Heizwert und den kompakten Abbrand kann die Verbrennungstemperatur schneller und stärker ansteigen als bei Scheitholz.
Sprechen Sie daher vor dem regelmäßigen Einsatz von Holzbriketts in Ihrem Kachelofen mit Ihrem Ofenbauer. Er kann einschätzen, ob die thermische Auslegung Ihrer Feuerstätte für den Brikettbetrieb geeignet ist, und Ihnen eine empfohlene Brikettmenge pro Abbrand nennen.
Lagerung: So bleiben Holzbriketts lange gut
Der größte Vorteil von Holzbriketts in der Lagerung ist ihre geringe Restfeuchte – sie müssen nicht jahrelang trocknen wie frisches Scheitholz. Dennoch gilt:
- Trocken und überdacht lagern – Holzbriketts nehmen Feuchtigkeit sehr schnell auf und verlieren dann Heizwert und Stabilität
- Nicht direkt auf dem Boden lagern, sondern auf Paletten oder Regalen
- Originalverpackung so lange wie möglich geschlossen halten
- Im Außenbereich immer vollständig abdecken
Holzbriketts in feuchtem Zustand erkennt man oft schon äußerlich: Sie quellen auf, verlieren ihre Form und hinterlassen beim Anfassen einen leichten mehligen Belag. Solche Briketts sollten nicht mehr verfeuert werden.
Häufige Fragen zu Holzbriketts
Dürfen Holzbriketts in jedem Kaminofen verwendet werden? Grundsätzlich ja – sofern sie der DIN EN ISO 17225-3 entsprechen und der Ofen für feste Brennstoffe zugelassen ist. Ob die Menge und das Brennverhalten zur spezifischen Feuerstätte passen, klärt am besten der Ofenbauer.
Sind Holzbriketts umweltfreundlich? Holzbriketts aus unbehandeltem Restholz der Holzverarbeitung gelten als nachhaltig, da sie Abfallmaterial nutzen. Da der Wassergehalt sehr niedrig ist, verbrennen sie besonders sauber mit geringen Feinstaubemissionen – vorausgesetzt, die Luftzufuhr stimmt.
Kann ich Holzbriketts selbst herstellen? Selbst hergestellte Briketts entsprechen in der Regel nicht der erforderlichen Norm und dürfen in zugelassenen Feuerstätten nicht verwendet werden. Verwenden Sie ausschließlich zertifizierte Produkte.
Wo kaufe ich gute Holzbriketts? Im Baumarkt, Brennstoffhandel oder bei regionalen Forstwirtschaftsbetrieben. Achten Sie auf die Kennzeichnung nach DIN EN ISO 17225-3 auf der Verpackung.
Fazit: Holzbriketts als sinnvolle Ergänzung
Holzbriketts sind ein hochwertiger, gut handhabbarer Brennstoff für Kaminöfen und Kachelöfen – wenn sie normgerecht sind, trocken gelagert werden und maßvoll eingesetzt werden. Als alleiniger Brennstoff oder im Mischbetrieb mit Scheitholz bieten sie eine gleichmäßige Wärmeabgabe und einen hohen Heizwert. Wer unsicher ist, ob Briketts zur eigenen Feuerstätte passen, sollte seinen Ofenbauer zu Rate ziehen – er kennt die Auslegung der Anlage und kann konkrete Empfehlungen geben.